Springfest braucht mehr Kultur!

By Lioba Trunk, EEB3

Diese kleine Geschichte, welche ich euch hier erzähle, ist mir vor ein paar Jahren an Springfest passiert – Springfest ist Ixelles’ Schulfest, in dem die ganze Schulgemeinschaft zusammenkommt, um eine großartige Zeit miteinander zu verbringen. Hierbei soll es angeblich auch um einen Kulturaustausch gehen, doch das kommt für die meisten als letzte Priorität hinter Futter, Spaß und Spiele.

Am Vormittag wollten ich und einige meiner Freunde zum Fluchtraum Minispiel hingehen und da sind wir an dem einsamen Stand der Japanischen Schule vorbeigelaufen. Die Schüler haben uns direkt angesprochen und gefragt, ob wir Lust hätten, ihre Spiele auszuprobieren, welche der traditionellen japanischen Kultur entspringen. Wir schauten auf die Tische und sahen 2 verschiedene Spiele, welche nicht sehr spannend aussahen. Deswegen sagten wir einfach, dass wir nach dem Fluchtraum vielleicht später zurückkehren würden.

Als wir um die Ecke gingen, war die Schlange zum Fluchtraum viel zu lange und wir entschieden uns dafür, dass das heute nichts mehr werden würde. Wir gingen also zu den Japanern zurück und fragten, ob wir es ausprobieren dürften. Wir fragten wie viele Tickets es koste die Spiele auszuprobieren und zu unserer Überraschung mussten wir nichts bezahlen. Sie waren einfach nur da, um uns ihre Kultur zu zeigen.

Also kam ein junger Schüler und stellte jedem ein Spiel in, mit den Holzscheiben und dem Stab. Er machte sie alle gerade übereinander und nahm dann den Stab aus der Mitte raus. Die Spitze war ein kleiner Hammer, welchen er uns in die Hand drückte. Dann nahm er sich selber noch so ein Spiel raus und begann uns zu zeigen, wie es geht. Er schlug mit dem Hammer ganze schnell auf die eine Seite der untersten Holzscheibe und dieser Fliegt weg, ohne dass der Turm sich bewegt. Dann schlägt sie auf den nächsten und immer so weiter, bis die oberste Scheibe auf dem Tisch lag.

Wir probierten es auch, aber dieses Spiel, was zunächst so einfach und langweilig aussah, war einfach zu schwer: am Anfang hat es Niemand geschafft. Es kam noch ein anderes Kind der Japanischen Schule dazu, setzte sich zu uns, nahm sich ein Spiel, richtete es hin, nahm den kleinen Hammer raus und schlug innerhalb von 2 Sekunden alle Scheiben weg. Wir schauten ihn erstaunt an und probierten es wieder. Diesmal schaffte es meine Freundin wirklich, eine Scheibe wegzuschlagen. Wir freuten uns sehr und probierten es so lange bis wir alle Scheiben weg schlagen konnten, ohne dass der Turm umfiel. Es kamen immer mehr japanische Schüler und machten die Spiele mit uns, feuerten uns an und freuten sich jedes Mal, wenn wir es geschafft hatten eine Holzscheibe wegzuschlagen. Währenddessen hatten wir den ganzen Stand für uns alleine – kein einzelner Schüler unserer Schule hatte Lust, mit uns diese traditionellen Spiele zu spielen und eine neue Kultur kennenlernen.

Dann zeigten uns die Kinder noch ein anderes Japanisches Spiel welches Kendama heißt – Man hat eine Kugel, welche man mithilfe des Seiles auf die verschiedenen Seiten eines Hammers schmeißen soll. Zwar waren die Schüler nicht so erfahren mit dem Kendama wie mit dem anderen Spiel, trotzdem hatten wir eine grandiose Zeit und lehrten vieles neues dazu. Wenn wir es geschafft haben, haben sie sich immer sehr gefreut und ihre Freunde haben der Person immer gratuliert.

Es war fabelhalft – die Zeit verging dort so schnell, dass wir nach einigen Stunden erst bemerkten, wie lange wir dort schon waren und weiter gingen. Und weiterhin waren wir die einzigen die dort nicht einfach vorbeigelaufen sind, um zum Fluchtraum zu gelangen, bei dem man keine neuen Freuende finden würde, und schon überhaupt nichts lernen könnte. Ich frage mich, wieso eigentlich nicht mehr Schüler sich für solche kulturelle Aktivitäten interessieren – hiermit appelliere ich den Leser oder die Leserin, beim nächsten Springfest, oder bei was auch immer für einem Fest eurer Schule, sich nicht nur für die beliebten, aber sinnlosen Spiele zu interessieren. Guckt doch auch mal an die Tische, wo keine Anderen sitzen; vielleicht findet ihr ja einen geheimen Schatz. Falls die japanischen Schüler beim nächsten Springfest wieder mit dabei sind, würde ich auf jeden Fall hin gehen, und es wäre außerdem auch schön, wenn wir noch einige anderen Kulturen kennen lernen dürften.

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